Krankenkassen können pleite gehen! Jetzt ist es amtlich!
Jetzt ist es amtlich! Auch Krankenkassen können pleite gehen. Das Chaos, das mit der Auflösung der City BKK verbunden ist, spottet jeder Beschreibung. Die AOK verwies die "neue Kundschaft" an eine Geschäftsstelle in Mitte, wo sich alte und gebrechliche Mitbürger in lange Warteschlangen einreihen mussten, um in einem "Gnadenakt" aufgenommen zu werden. Dies zeigt deutlich die Schwäche unseres Gesundheitssystens: die Bedürfnisse und Anliegen von hilfebedürftigen und kranken Menschen stehen nicht mehr im Zentrum des Interesses der körperschaftlich organisierten Krankenkassen. Die Furcht vor finanziellen Einbußen durch die Mehrbehandlung von multimorbiden Mitbürgern und einem möglicherweise verminderte Zahlung aus dem Risikostrukturausgleich beschäftigen die hochdotierten Funktionäre von Krankenkassen mehr als die berechtigten und rechtlich geschützten Anliegen ihrer Mitglieder. Die staatliche Aufsicht auf Bundes- sowie Landesebene versagt völlig und schaut diesem menschenverachtende Treiben tatenlos zu. Die City-BKK wird nicht die letzte Krankenkasse sein, die Insolvenz anmelden muss. Es bleibt zu hoffen, das sich das zukünftige Verhalten der etablierten Primär- und Ersatzkassen sich von einer kundenorientierten und menschenfreundlicheren Seite zeigen wird.
Dr.med. Charles Woyth
Arzt für Allgemeinmedizin
Alt-Wittenau 60
13437 Berlin
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