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Gewalt in der Pflege

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Gewalt in der Pflege

Das Thema "Gewalt in der Pflege" wird oft tabuisiert, obwohl pflegebedürftige Menschen in sämtlichen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten zu finden sind. Je älter man wird, um so mehr muss sich der Einzelne mit dem Thema Pflege auseinander setzen.

Wer bettlägerig ist, sich nicht mehr ohne Hilfe fortbewegen kann, sich sprachlich nur noch schwer verständlich machen kann, hat so gut wie keine Möglichkeiten, sich zu wehren bzw. auf seine Situation aufmerksam zu machen.

 

Was ist unter "Gewalt in der Pflege" zu verstehen?

 

Vermeiden oder Durchbrechen Sie frühzeitig den Kreislauf der Gewalt in der Pfege und suchen Sie Unterstützung

Unter "Gewalt in der Pflege" versteht man zum einen die "Vernachlässigung": Dazu gehört zum Beispiel, dass die pflegebedürftige Person allein gelassen wird, ihr Waschen und Bettreinigung verweigert oder die Gabe von Essen und Trinken „vergessen“ werden.

Zum anderen gehört zur "Gewalt in der Pflege" die "Misshandlung" von Pflegebedürftigen durch Beschimpfen, Verspotten, Einschüchtern, Isolieren oder Drohung mit Heimeinweisung.

Unter "Misshandlungen" fallen auch zu hartes Zufassen, Drängen, Ziehen an Ohren und Haaren, Ins-Bett-Stecken, Einschränkung des freien Willens bis hin zu Schlägen.

"Gewalt in der Pflege" kann sowohl im häuslichen Bereich als auch im Rahmen der ambulanten und stationären Pflege auftreten.

 

Wie kann es zu "Gewalt in der Pflege" kommen?

 

Die permanente Anspannung, Hilflosigkeit und persönliche Überforderung der Pflegenden gleicht oft einem Fass, das langsam aber sicher vollläuft – und dann mit dem berühmten Tropfen überläuft:

Aggressionen können entstehen und zu verbalen, psychischen oder körperlichen Gewalttätigkeiten führen.

 

Tipps Ihrer Polizei:

 

Sie haben einen Angehörigen in einer Pflegeeinrichtung:

  • Achten Sie auf Missstände, augenscheinliche Verletzungen oder Anzeichen von Verwahrlosung der pflegebedürftigen Person. Informieren Sie in diesen Fällen die Heimleitung, die zuständige Heimaufsicht oder die Polizei.

 

Sie wollen einen Angehörigen pflegen:

  • Schützen Sie sich vor Überforderung.
  • Besprechen Sie mit der betroffenen Person und ihrer möglichen Pflegealternativen.
  • Lassen Sie sich von professionellen Pflegekräften beraten, ob ausreichende Voraussetzungen zur häuslichen Pflege bei Ihnen persönlich vorhanden sind.
  • Erkundigen Sie sich über das Krankheitsbild der zu pflegenden Person. Bestimmte krankheitsbedingte Verhaltensmuster können sich z.B. in Aggressionen oder Gewalt des zu Pflegenden äußern.
  • Nutzen Sie, bevor Sie die Pflege übernehmen, das Beratungsangebot der Pflegekassen.
  • Suchen Sie Kontakt zu Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen.
  • Lassen Sie sich von einer professionellen Pflege helfen, z.B. durch die ambulante Pflege oder die Kurzzeitpflege.
  • Nutzen Sie Fortbildungs- und Übungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige.

 

Sie bereiten sich auf Ihre eigene Pflegesituation vor:

  • Besprechen Sie dies in der Familie und holen Sie sich Rat und Hilfe vor Eintritt der Pflegesituation.
  • Treffen Sie frühzeitig eine Entscheidung über die gewünschte Lebensgestaltung im Falle einer Pflegesituation, insbesondere hinsichtlich des Aufenthaltsortes und einer eventuellen medizinischen Behandlung.
  • Es gibt verschiedene rechtliche Möglichkeiten der Vorsorge
  • Akzeptieren Sie die Unterstützung durch professionelle Pflegekräfte; oftmals sind Angehörige allein überfordert.

 

- Mit einer so genannten Betreuungsverfügung können die Betreuungspersonen bestimmt sowie Einzelheiten der Lebensführung festgelegt werden.

 

- Mit einer Vorsorgevollmacht kann eine Person berufen werden, die anstelle des Pflegebedürftigen und als dessen Vertreter Entscheidungen über seinen Aufenthaltsort, Vermögensdispositionen und ärztliche Behandlung trifft.

 

- Diese Verfügungen können frei formuliert oder auf Vordrucken verschiedener Einrichtungen vermerkt sein.

 

Nun zu der Frage, was unter den Begriff der Gewalt fällt:

  • Körperliche und seelische Misshandlungen (z.B. Schlagen…)
  • Sexuelle Nötigungen oder Übergriffe
  • Freiheitsbeschränkungen und –entziehungen
  • Ruhigstellungen durch Medikamente
  • Ärztliche Behandlungen ohne rechtswirksame Einwilligung
  • Zwangsbehandlungen
  • Zwangsernährung
  • Finanzielle Schädigung und Vernachlässigung im pflegerischen Bereich und
  • Wegnahme von Rente/Ersparnissen
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