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Symptome eines Eisenmangels


Eisenmangel

Eisenmangel oder Sideropenie (griechisch σίδηρος síderos „Eisen“ und πενία, penía „Mangel“) bedeutet einen Mangelzustand des Organismus an Eisen. Ein Eisenmangel ist häufig symptomlos. Treten die Symptome eines Eisenmangels vor der Anämie auf, spricht man von Sideropenie.

Symptome und Folgeerkrankungen

Folgende Symptome und Folgeerkrankungen gelten als typisch: Haut und Schleimhaut:

Häufigste Ursachen

Die häufigsten Ursachen des Eisenmangels sind Mangelernährungen und Blutungen.

Säuglinge, die Milchersatzprodukte auf Kuhmilchbasis erhalten, zumindest wenn diese nicht mit Eisen angereichert sind, sind stärker gefährdet als gestillte Säuglinge, denn Kuhmilch ist eisenärmer als menschliche Muttermilch und weist eine deutlich schlechtere Resorptionsrate auf. Entgegen landläufiger Meinung erkranken Vegetarier nicht häufiger an Eisenmangelanämie als Mischköstler. Dabei sind im Zweifel Ovo-Lakto-Vegetarier stärker gefährdet als Veganer, da Kuhmilchprodukte nicht nur eisenarm sind, sondern ebenso wie Eier die Eisenresorption hemmen. Dies ist ein Grund dafür, dass Kalbfleisch so hell ist: Die Tiere werden in einem Alter, in dem sie in der Natur längst angefangen hätten zu äsen, fast ausschließlich mit Milch gefüttert. So bleibt ihnen der Eisengehalt des Grases und anderen Blattmaterials unzugänglich, und sie werden anämisch. Die Farbe des Fleisches hängt jedoch auch von anderen Faktoren, wie genetische Disposition und Schlachtgewicht ab.

Blutungen kommen bei Männern und Frauen häufig im Magen-Darm-Trakt, häufig auch als Blutungen von Tumoren vor, bei jungen Frauen kann auch eine zu starke Menstruation Ursache der Eisenmangelanämie sein. In der Schwangerschaft ist der Eisenbedarf sogar um fast 100 % erhöht. Auch regelmäßige Blutspender haben einen erhöhten Bedarf, da durch die Entnahme von etwa einem halben Liter Blut auch ca. 250 mg Eisen verloren gehen.

Behandlung

Lebensmittel

Eisen (mg/100 g)

Petersilie, getrocknet

97,8

Grüne Minze, getrocknet

87,5

Brennnesseln, getrocknet

32,2

Schweineleber

22,1

Thymian, getrocknet

20,0

Zuckerrübensirup

13,0

Kakaopulver

12

Kürbiskerne

11,2

Schweineniere

10,0

Hirse

9,0

Sojabohnen

8,6

Leinsamen

8,2

Kalbsleber

7,9

Amaranth

7,6

Pfifferlinge

6,5

Blutwurst

6,4

Sonnenblumenkerne

6,3

Weiße Bohnen

6,1

Austern

5,8

Leberwurst

5,3

Aprikosen, getrocknet (geschwefelt)

5,0

Erbsen

5,0

Knäckebrot

4,7

Haferflocken

4,6

Spinat

4,1

Brennnessel

4,1

Corned Beef

4,1

Haselnuss

3,8

Vollkornbrot

3,3

Rindfleisch

3,2

Schweinefleisch

3,0

Geflügel

2,6

Vermehrtes Angebot von Eisen

Durch eine eisenreiche Ernährung kann einer Unterversorgung vorgebeugt werden. Sofern eine ausreichende Versorgung allein aus der Nahrung sichergestellt werden kann, ist eine Einnahme von Eisenpräparaten nicht anzuraten, denn diese können leicht überdosiert werden. Immer wieder kommt es auch zu schweren Vergiftungen, wenn kleine Kinder an solche Präparate gelangen und sie reihenweise verzehren. Ab ca. 500–1000 mg verzehrtem Eisen kann ein Kleinkind schwerwiegend vergiftet werden, 2000 bis 3000 mg können tödlich sein. Diesen Gehalt weisen bereits 20–30 hochdosierte (100 mg/Dosis) Kapseln oder Tabletten auf. Derartige Dosen lassen sich nicht durch die normale Nahrung erreichen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt den Eisenbedarf für Männer mit 10 mg/Tag und für Frauen mit 15 mg/Tag an. Das Verdauungsystem kann im Normalfall aber nur 10 % davon, und 5 mg maximal, aufnehmen. Während der Schwangerschaft oder bei einem bestehenden Eisenmangel erhöht sich die Resorptionsrate auf bis zu 40 %. Bei einem Überangebot sinkt sie auf 5 %.

Verbesserte Resorption von Eisen

Eine indische Studie an unter Eisenmangel leidenden vegetarischen Kindern zeigte, dass Eisenmangel durch verbesserte Vitamin-C-Zufuhr behandelt werden kann. Nachdem – ohne sonstige Änderung der Ernährungsgewohnheiten – 60 Tage lang zu Mittagessen und Abendessen 100 mg Vitamin C (Ascorbinsäure) zugegeben wurden, trat bei allen Probanden der mit Vitamin C versorgten Gruppe eine deutliche Besserung des Hämoglobinstatus ein. Die Mehrzahl dieser Kinder wurde sogar vollständig gesund.

Die Menge von 100 mg Vitamin C ist beispielsweise in ca. 200 ml frisch gepresstem Orangensaft, 100 g Brokkoli oder wenigen Streifen roter Paprika enthalten, jedoch reicht auch die Hälfte aus, um eine große Steigerung der Resorption zu bewirken. Allerdings nur, wenn zwischen dem Verzehr von ascorbinsäurehaltigen Lebensmitteln und eisenreichen Lebensmitteln höchstens einige Stunden vergehen, das Vitamin C sich also noch im Verdauungstrakt befindet. Optimal ist die Einnahme zur gleichen Mahlzeit.

Förderstoffe der Eisenresorption

Allgemein sind dies also vor allem die Inhaltsstoffe von Früchten und Fruchtgemüsen sowie Kohlgemüse.

Hemmstoffe der Eisenresorption

Medikamentöse Therapie

Der Eisenmangel kann mit oraler Einnahme anorganischen Eisen(II)-sulfats therapiert werden. Hierbei entspricht eine Einzeldosis von 250 mg FeSO4 • 7 H2O etwa 50 mg Eisen. Im Vergleich zu anorganischen Eisen(III)-Salzen, die ab pH-Wert 3 schlecht resorbierbare Eisenoxidhydrate bilden, ist die Resorbierbarkeit besser. Bei gestörter Absorption im proximalen Jejunum können Eisen(III)-Zubereitungen intravenös verabreicht werden.

Vegetarische Ernährung und Eisen

Die wichtigsten Eisenquellen bei nicht-vegetarischer Ernährung stellen Fleisch, Wurst und Leber dar, denn Milch und Eier hemmen die Aufnahme. Weißmehlprodukte weisen bei zwar guter Resorptionsrate einen Eisengehalt von nur ca. 10 % des Gehalts in Vollkornmehl auf.

Vegetarier benötigen andere Eisenquellen. Eine Vielzahl pflanzlicher Nahrungsmittel enthält mitunter sehr viel Eisen, vor allem Gewürze (wie getrockneter Koriander, Petersilie, schwarzer Pfeffer und Zimt), Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Ölsaaten (z. B. Sesam und Mohn) und Nüsse. Beispielsweise enthalten weiße Bohnen und Sojabohnen auf 100 kcal bis zu achtmal so viel Eisen wie Rindfleisch, Zimt sogar mehr als die zwanzigfache Menge. Gleichzeitig reagiert Nonhäm-Eisen, wie es in pflanzlichen Lebensmitteln, Milch und Eiern vorkommt, stärker auf gleichzeitig in der Nahrung aufgenommene Förder- und Hemmstoffe sowie auf die Regulationsmechanismen des Körpers.

Durch mikrobielle Fermentation wird der Phytinsäuregehalt von Lebensmitteln reduziert, wodurch die Resorptionsrate von Eisen und Zink steigt. Deswegen sind unter Hefeteigführung und speziell Sauerteigführung gebackene Vollkornbrote eine bessere Eisenquelle als mit mineralischen Backtriebmitteln hergestellte Brote.

Beispiele für Kombinationen mit gutem Eisenangebot und Gehalt an Stoffen, die die Eisenresorption fördern

  • Bohneneintopf (eisenreiche Hülsenfrüchte) mit Kartoffeln und Paprika (ascorbinsäurehaltig)
  • Bohnenpfanne mit Sauerkraut (Ascorbinsäure + Milchsäure)
  • Vollkorn-Sauerteigbrot (eisenreich, Milchsäure) mit Hagebuttenmarmelade (Ascorbinsäure + Zucker)
  • Hummus enthält Kichererbsen, Sesam und oft Petersilie :(alle eisenreich) + Zitronensaft (Ascorbinsäure)

Quelle: Wikipedia

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