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Als Arzt in russischer Gefangenschaft Teil 4

Teil 4

 

 

Die Vernehmungen und Verurteilungen deutscher Kriegsgefangener wegen angeblicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit liefen zur gleichen Zeit.

 

Ich wurde noch zweimal vernommen, einmal von einem Herrn Jakobsohn, das andere Mal von einem mir fremden Offizier, durch dessen Dolmetscherin, Frl. Josefsohn. erste fragte mich, ob ich bei Erschießungen von Sowjetbürgern dabei gewesen sei. Ich verneinte der Wahrheitsgemäß und betonte, daß Exekutionen bei uns überhaupt erfolgt seien, was er bestritt. Der zweite Vernehmer ein Kapitän, behauptete, beim Stab des Korück seien verbrecherische Versuche an Kriegsgefangenen vorgenommen worden. Meine Antwort, wir hätten überhaupt kein Kriegsgefangenen geholt, befriedigte ihn nicht . Fragen sie Ihn, ob er Arzt ist oder Doktor der Medizin. Während Frl. J. dolmetschte, hatte ich Zeit zum Überlegen.

In der Sowjetunion gibt es nur den Dr. med. habil., den  Universität wissenschaftlich arbeitenden Doktor dann den gewöhnlichen Arzt, der aber nicht den Dr. Titel führt. Doktortitel und bekannte mich als Arzt. „Weiteres

— Praktischer Arzt. — „Sie lügen, meinte Frl

sagen Sie nicht wahr? Sie haben neulich eine Operation durchgeführt, und auch andere Operationen Sie sind doch Chirurg. Also gut, ich bin Chirurg wurde aufgeschrieben und hinzugefügt, daß ich während des Krieges nur Kranke und Verwundete behandelt hätte, was ja auch richtig war. Danach wurde ich entlassen und nicht weiter befragt.

 

Wir hatten auch Frauen im Lager, Nachrichtenhelferinen oder auch einfach aus den östlichen Provinzen Deutschlands verschleppte Frauen. Ein Teil fuhr Ende November 1949 nach Hause, fünf wurden ins Gefängnis gebracht und verurteilt. „Was sie mit uns machen, können Sie sich ja denken, haben wir alles schon erlebt“, sagten sie mir sehr erregt, als ich sie kurz vor dem Abtransport noch einmal sprach. Eine Frau hatte eine dreijährige Tochter. Wie ich durch die Ärztin .erfahren habe, wurde ihr das Kind vor der Einlieferung der Mutter ins Gefäng­nis abgenommen und in ein Kinderheim gebracht. Deshalb wurde vorher eine Untersuchung des Kindes auf anstekckende Krankheiten, besonders Diphtherie, durchgeführt. Welches Drama hat sich da abgespielt! Die Mutter sagte mir noch kurz vorher, daß sie ihr Kind, an dem sie mit großer Liebe hing, auf keinen Fall hergeben werde.

 

Wir verließen das Lager am 20. Dezember 1949. Das Tor blieb offen. Kriegsgefangene gab es in Lettland nicht mehr. Die nicht Heimgekehrten waren alle verurteilt und über Gefängnisse nach Rußland abtransportiert worden. So war es in Riga, so war es in allen anderen Lagern der weiten Sowjetunion, wie uns Heimkehrer erzählten, mit denen wir in Frankfurt a. 0. zusammenkamen.

 

Noch einmal wurden alle beim Übergang über die russisch-polnische Grenze gründlich „gefilzt“ und ver­nommen! Ein Häuflein von etwa 50 Unglücklichen wurde hier noch ausgesondert und in einem bereitstehenden Zug nach Rußland zurückgeschickt.

 

Schweigend gingen wir an ihnen vorbei, nur ein Gruß mit den Augen, ein leichtes Kopfnicken war möglich.

 

Dann bestiegen wir den langen Güterwagenzug auf der schmaleren Spurbreite . in Richtung Heimat.

 

Am Neujahrstag 1950 marschierten wir zu Fuß über die

Zonengrenze bei Friedland, ein letztes Mal unter einer

Pforte mit sowjetischen Emblemen hindurch — in die

Freiheit!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch meines Vaters, Friedrich Marsch“ „ Die Hexe im Federbett“

 

 

Viel Spass beim Lesen

 

Fritz

 

 

 

 

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