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Als Arzt in russischer Gefangenschaft Teil2

 Teil 2

Am Nachmittag trafen wir in Leningrad ein. Wir konn­ten durch Gitter und Gangfenster die Großstadt erkennen, rangierten eine Weile hin und her, hielten dann lange auf einem Abstellgleis. Das Entladen des Gefangenenwaggons begann am anderen Ende bei den russischen Strafgefan­genen und geschah wieder mit viel Lärm, Gerassel und Geschimpfe. Der Wagen leerte sich immer mehr und mehr, zuletzt kamen wir dran. Wir wurden über Geleise zu einem Auto geführt~ das wir sofort als „grüne Minna‘s ansprachen, ein geschlossenen  Lieferwagen ohne Fenster, der hinten eine Tür mit winzigem, vergitterten Fenster, einem kleinen Vorraum für den Posten und wieder eine Tür mit Luftloch hatte. Dort hinein wurden wir neun eng eingepfercht. Im Vorraum nahmen zwei Soldaten Platz, und los ging es durch die Straßen Leninggrads, von denen wir durch das Fensterchen nur gelegentlich einen

Blick erhaschen konnten.

Wir 1 leiten vor einem Gefängnis, einem Bau aus zari­stischer Zeit. Über einen kleinen engen Hof wurden wir ins Gebäude geführt, dessen lange Gänge durch hohe Gitter unterteilt waren. Es sah aus wie in einem Löwenkäfig. Durch jedes Gitter führte eine kleine Tür, bei deren Durchschreiten wir gezählt wurden. Man brachte uns in einen größeren Raum, in dem zwei lange Tische, einige Bänke und eine Holzbarriere mit Pult die Einrichtung waren. Drei Frauen, die mit uns gekommen waren, saßen auf Bänken in einer Ecke~ es waren Russinnen, zwei jün­gere, die herumalberten, und eine ältere abgehärmte Frau mit Einholnetz, die still auf ihrer Bank saß und weinte.

Wir mußten lange warten. Eins der Mädchen fragte mich: „Zu wie viel Jahren bist Du verurteilt? — „Gar nicht, ich bin deutscher Offizier und weder angeklagt noch verurteilt“. — „Na, das kommt noch“, meinten die Mädchen. Ich fragte nun meinerseits und erfuhr, daß sie jede zu 15 Jahren verurteilt worden seien. Auf meinen Einwurf, daß das doch sehr viel sei, meinten sie: „Durch­aus nicht“, meist werde man zur Höchststrafe, zu 25 Jahren, verurteilt, aber bei ihnen sei es das erste Mal. Sie hätten Geld gestohlen. Die weinende Frau war zwangsweise in Kaliningrad (Königsberg) angesiedelt worden, heimlich in ihre Heimat zurückgekehrt, aufge­griffen und nun verurteilt worden.

 

„Erzähle es ihm nicht weiter!“ rief sie dazwischen.

 

Nach Überprüfung unserer Personalien wurden wir über einen zweiten, hinteren Hof geführt in ein kleineres Gebäude, das als Bad diente. Es war ganz nett eingerich­tet, etwa wie bei uns ein Fronttruppenteil sich behelfs-mäßig eine Entlausungsanlage baute. „Unreine Seite“ zum Entkleiden und Abgabe der Sachen zur Entlausungs­kammer, dann ein Waschraum mit verrosteten Wasch­schüsseln auf langen Tischen, aber viel kaltes und auch warmes Wasser, und schließlich ein Ankleideraum auf der „reinen Seite“. Dort warteten wir splitternackt auf die Rückgabe unserer Sachen und saßen wie die Hühner nebeneinander auf der Bank. Plötzlich marschierten zwei Mädchen herein, begannen uns einzuseifen und rasierten unsere~ Bartstoppeln. Eine ungewöhnliche Situation! Ich fragte meine Friseuse auf russisch, ob sie Gefängnisin­sassin sei, was sie bejahte. Auf das Warum gab sie erst keine Antwort, dann plötzlich auf deutsch, flüsternd:

„Fünf Jahre, weil ich mitgegangen bin mit den Deut­sehen.“

Wieder angekleidet, wurden wir ins fünfte Stockwerk in eine Zelle geführt. Es war ein großer Raum mit rechts und links durchgehenden, zweistöckigen Schlafpritschen und vergitterten Fenstern unter der Decke, die von außen durch eine Blechblende verkleidet waren. Scheiben zer­brochen! Der Tür mit dem Guckloch gegenüber befand sich ein kleiner Abort (Hocklatrine) und eine rostige Waschanlage. Ein langer Tisch und zwei Bänke, das war die ganze Einrichtung. Wir waren allein in der Zelle, die Tür von außen verschlossen. Wenn es nicht ein Gefäng­nis gewesen wäre — so gut waren wir im Lager nicht untergebracht gewesen.

 

Am nächsten Morgen öffnete sich die Tür mit viel Ge­klirr. Es erschien ein Wächter mit einem Gefangenen, der uns einen Blecheimer voll Tee brachte. Auch das war besser als im Lager, wo wir seit Monaten nur Wasser zum Trinken erhielten, denn den Tee oder Kaffee unter­schlug die russische Lagerführung. Außerdem gab es 400 Gramm Brot und 7 Gramm Zucker, mittags Kohlsuppe mit Fischgräten und drei Eßlöffel voll Haferbrei oder Hirse, abends Kohlsuppe ohne Fischreste. Dieser Speisezettel änderte sich nicht während meines Aufenthaltes im Le­ningrader Gefängnis.

 

Ich beschwerte mich sofort mündlich und schriftlich über die Inhaftierung und verlangte eine Erklärung. Diese Beschwerde wiederholte ich täglich, verlangte den Ge­fängnisdirektor zu sprechen oder einem Richter vorge­führt zu werden — alles umsonst! Schließlich brachte man mich eines Tages in die Gefängnisbücherei, wo der Bibli­othekar, ein degradierter russischer Offizier und selbst Gefangener, meinte, solche Beschwerden hätten keinen Zweck, ich sei hier nur auf „Durchreise‘~, für wie lange, wisse er nicht. Auch meine Forderung auf Kriegsgefan­genenverpflegung sei zwecklos, da im Gefängnis nur eine Küche geführt werde. Ich möchte Geduld haben. Ob er mir Bücher geben solle, allerdings nur politische Literatur auf russisch, oder vielleicht ein Schachspiel. Letzteres nahm ich dankend an. Dies war der ganze Erfolg meiner Beschwerden.

 

Täglich kam eine Ärztin, eine ältere Dame, begleitet von einer stets vergnügten Schwester, die einen Tablettenkasten trug. Sie erkundigte sich höflich nach unserem Befinden; als ich mich als Arzt vorstellte, sagte sie „sehr angenehm“ und nannte ihren Namen. Nach einigen Tagen bat ich sie, für unsere Rasur zu sorgen, was sie versprach.

 

Wir blieben nicht lange allein. Am dritten Tage öffnete sich die Zellentür und herein strömten mit viel Gepolter etwa 70 alte Männer, die alle sechzig Jahre alt und älter waren. Es waren estnische Bauern, die sich im 1-Ierbs geweigert hatten, ihre Höfe zu Kolchosen zusammen~ legen. Jetzt im März/April hatte Militär das Land durch streift, die alten Männer mitgenommen, die jungen Frauen mit Kindern in Transportern fortgeschafft~ während ihr Jugend in die Wälder geflohen war. Diese seien durchkämmt worden, und alle, sie auch, sind vor Gericht

gestellt worden. Die jungen Männer wurden wegen „Bandenbildung“ zu 25 Jahren Straflager und 5 Jahren Aufenthaltverbot in Estland verurteilt, sie selbst zu 15 Jahre wegen Beihilfe zur Bandenbildung.

 

Nach zwei Tagen schon verließen sie uns wieder, ur es erschienen andere, diesmal lauter junge Esten, Bauer söhne, Schüler, Förster und Waldhütersöhne, junge Handwerker. Alle waren zu 25 Jahren (plus „fünf‘Jahre, wie Sie es sagten) verurteilt worden, weil sie vor dem Militär in den Wald geflüchtet waren.

 

Auch ein Einarmiger war dabei; er hatte in deutsch Diensten an der Front den Arm verloren, war in eine Lazarett in Wiesbaden in amerikanische Gefangene geraten, ausgeheilt und wollte in die Heimat zurück. M warnte ihn, aber er glaubte den sowjetischen Versprechungen, daß ihm nichts geschehen werde — „die gröl Dummheit meines Lebens~‘, wie er sagte. Er hob den verbliebenen Arm, wenn er grüßte.

 

..So wechselten unsere Gäste noch mehrmals. Außerdem kamen wir mit anderen Gefängnisinsassen  auf dem  beim Spaziergang zusammen. „Der Turm‘, wie auf Russisch jedes Gefängnis genannt wird, war so voll in seinen sechs Stockwerken, daß nicht nur jeweils eine Zellenbesatzung, wie es Vorschrift war, auf dem Hof zwei Minuten spazieren gehen konnte.  Dadurch kamen wir miteinander in Verbindung.

Es war jedes mal ein Gewimmel von Menschen, von hohen Mauern umgebenen Hof und ein Durcheinander von Sprachen: Russen, Ukrainer, Letten. Litauen, Esten, Finnen, Polen, Juden, ~ Mongolen und dazwischen auch wir paar deutsche Kriegsgefangene. Es herrschte die Kameradschaft von Menschen, die ein gleiches Schicksal getroffen hatte. Außerdem wa­ren wir alle „Politische“. Die Kriminellen waren abgeson­dert. Wir sahen sie hinter Gittern, soweit die Blechbien­den das erlaubten. Mehrfach warfen sie uns Zigaretten in den Hof.

 

Die allgemeine Frage war immer wieder „wie viel Jah­re“, womit natürlich nicht das Alter, sondern die abzubüssende Strafzeit gemeint war. Die meisten waren zu 25 Jahren verurteilt wegen „Bandenbildung“, „Sabotage“ oder „faschistischer Gesinnung“. Ein russischer Offizier sagte mir, er sei Oberst in der roten Armee gewesen und habe geäußert, es könne nicht alles so schlimm sein in Amerika, wie es ihre Propaganda schildere. Denunziation

— 25 Jahre wegen defaitistischer Äußerung. Ein anderer, ein kleiner beweglicher jüdischer Kapitän war zur selben Strafe verurteilt worden. Er war in Ungarn stationiert ge­wesen als Bildberichterstatter oder so etwas ähnliches. Er habe den ganzen Krieg mitgemacht, erzählte er. Und warum im Turm? Ja, meinte er, es gab in Ungarn so viele gute Leute, die gerne nach Osterreich wollten, und denen habe er über die Grenze geholfen. War ein gutes Ge­schäft. . . „Bitte rauchen Sie, gute Zigaretten.“

 

Die Aufsicht bei diesem leider nicht täglichen Spazier­gang auf dem Hof führte eine Wärterin. Das Gefängnis-personal bestand etwa zu einem Drittel aus weiblichen, uniformierten Angestellten. Sie benahmen sich korrekt.

Die Gefängnisärztin besuchte uns fast täglich. Befragt, erklärten wir, wir seien alle gesund, nur das Essen könnte reichlicher sein, auch müssten wir mal wieder rasiert wer­den. Wir konnten das nicht selbst, da uns alle Apparate abgenommen worden waren. „Wird sein“, antwortete sie freundlich — und dabei blieb es.

 

Fast täglich kamen „Neue“, meist Esten und Letten. Es war deutlich zu merken, daß dies ein Durchgangsgefängnis war, wo Verurteilte gesammelt wurden und warten mussten, bis ein Transport zusammengestellt werden konnte.

 

Jeden Morgen schloss ein Wärter unsere Zelle auf, und ein Gefangener stellte den großen Blechtopf mit Tee vor uns auf den Tisch. Einmal, als wir Deutschen alleine in der Zelle wären, hatten wir den Tee nicht ausgetrunken. Der Gehilfe des Wärters fragte diesen auf russisch, ob er den Tee hinten in den Ausguß gießen dürfe. Er ging dabei dicht an mir vorbei und flüsterte, während es plätscherte:

„Ich bin Deutscher, gebe Euch morgen einen Zettel, laßt wieder Tee übrig.“ Am anderen Morgen wanderte ein Zettel in unsere, Zigaretten in seine Hand. „Ich bin Ost-preuße, verurteilt zu zwei Jahren, weil ich mich mal richtig satt gegessen habe. Kurze Strafen werden in rus­sischen Gefängnissen abgesessen. Ihr seid noch nicht ver-~ urteilt, seid hier auf dem Durchgang, sollt nach Riga. Mehr Deutsche sind jetzt nicht im Gefängnis, es kommen aber oft welche durch, so wie Ihr. Grüßt die Heimat. Hans.“

 

Der 1. Mai rückte heran. Wir merkten diesen größten sowjetischen Feiertag an den Salutschüssen, deren Knal­len bis in unsere Zelle hörbar war und~ ~an der Verpflegung.

 

Außer dem üblichen erhielten wir je einen Fleischklops von Pflaumengröße und einen Löffel Fruchtsoße. Unsere Verpflegung konnten wir aufbessern durch Zukauf. Alle paar Tage rief der Wärter durch das Guckloch: „Gleich kommt das Lädchen.“ Dann erschien auf dem Flur eine Frau in weißem Kittel und verkaufte Brot, Obst, Fisch und Tabak. Ganz schön, aber teuer. Dank der Hilfe unserer Kameraden vom Lager Borowitschi hatten wir noch ein paar Rubel. So überstanden wir die Wochen im Lenin­grader Turm einigermaßen. Nur alle Anfragen nach dem „Warum“ unserer Inhaftierung blieben unbeantwortet, ebenso unsere Bitte um Rasur und Benutzung des Wasch­raums. Ich sagte der Ärztin, daß ich nun schon aussehe wie mein Großvater mit so einem langen Bart. Freundlich, wie immer, versprach sie Abhilfe, überreichte ein paar Hustentabletten und verabschiedete sich. Auch bei einem männlichen Kollegen hatten wir keinen Erfolg.

 

Eines Tages ging die Reise weiter, ganz plötzlich, wie immer in Rußland. Schon morgens hieß es, fertigmachen zur Abfahrt. Wir kamen wieder in den Aufnahmeraum, erhielten Uhr und Ring zurück. „Anderes ist nicht notiert“

— „nein, vom Füllfederhalter steht hier nichts“ — „Gabel, Löffel, Rasierapparat habt ihr nicht abgegeben“ — Nitschewo. Wir wurden durch manche Löwengittertür geführt, jedes Mal gezählt, neun Mann. Im Hof stand die uns schon bekannte „grüne Minna“, in die wir wieder eng überein­ander eingeladen wurden, und ab ging es durch die Stra­ßen Leningrads. Am Bahnhof wurden wir wieder in einen Gefängniswagen, wie in Teil 1 geschildert~ verladen. Ein Soldat schlug den über 60 Jahre alten Oberst H. beim Einsteigen mit dem Kolben. Ich schnauzte ihn an mit allen russischen Schimpfworten, die ich kannte und verlangte, daß sofort ein russischer Offizier herkäme. Es dauerte zwar eine Weile, aber er kam. Auf meine Beschwerde, wir seien deutsche Soldaten, Kriegsgefangene, und keine rus­sischen Strafgefangenen und er wisse doch, daß das Schla­gen verboten sei, zuckte er nur ~it den Achseln, ver­hinderte aber doch durch seine Gegenwart weitere Übergriffe. Die Fahrt dauerte 24 Stunden und ging über Luga, Pleskau durch Lettland nach Riga.

 

Nachts, als ich gerade den Liegeplatz innehatte und alles ganz still im Zug war — auch die Posten dösten im Gang —‚ hörte ich bei einem Aufenthalt auf einer Station eine Nachtigall. Noch nie hatte ich diesen nächtlichen Sänger so schön singen hören, und nie vorher hatte er mich so gerührt.

 

Unser Schicksal war ungewiss. Wohin sollten wir in Riga? Wieder ins Gefängnis? Oder in ein Lager? Wir hat­ten gehört, die lettischen Lager seien aufgelöst worden, die Kriegsgefangenen teils entlassen, teils nach Osten ab­transportiert. Also, was sollte aus uns werden?

 

Wieder lud man in Riga erst die russischen Strafge­fangenen aus, zuletzt uns. Es folgte eine lange schaukeln­de Fahrt in dem grünen Gefängniswagen bei großer Enge und Hitze. Als endlich die Tür geöffnet wurde, standen wir auf einer Großstadtstraße vor einem hohen Gebäude. Wir wurden über einen Flur eine Treppe hinunter in einen Lichtschacht geführt, wo wir warten mußten, Wir zählten sieben Stockwerke, hoch oben war der Schacht vergittert. Dahin durch sahen wir ein Stück blauen Himmels. Auf dem Boden des Schachtes lag ein großer stinkender Abfall­haufen. Wir wurden nacheinander aufgerufen, der Gerufene kam nicht zurück. Schließlich kam auch ich dran. Ich wurde in einen Kellerraum geführt, der künstlich er­leuchtet war und wo hinter einem Tisch ein russischer Offizier saß. Ein Soldat begann nun meine Sachen zu durchsuchen mit einer Genauigkeit, die alle bisherigen Filzungen, wie wir unsere Art Visitation nannten, weit übertraf. Alles, was aus Metall war, wurde abgenommen einschließlich aller Löffel, Kochgeschirre, Hosenknöppfe, auch jeder Bleistift, Papier, Kamm, Zahnbürste, Spiegel. Alles wurde mit dem Leibriemen zusammengeschnürt zu einem Bündel und abgegeben. Geld, Uhr und Ring wurden besonders aufgeschrieben.

 

Ein Soldat führte mich einen dunklen Gang entlang, öffnete eine Tür mit Guckloch, ein kleiner Schubs, und ich stand in einem fast dunklen, engen Raum. Im ersten Augenblick etwas benommen, fand ich mich bald, als sich mir Hände entgegenstreckten und mich willkommen hie­ßen. Ich erfuhr, wo ich war: im Keller der GPU, jetzt MWD genannt. „Tiefer können Sie nicht kommen“, sagten mir die Kameraden. — Die Zelle war zweieinhalb mal drei Meter groß. Sie enthielt nur zwei schmale Pritschen und einen Aborteimer mit nicht passendem Sperrholzdeckel. Der hintere Teil der Zelle bis zur Mitte stand unter Was­ser. Ein Fenster war nicht vorhanden, nur ein ganz kleiner Luftschacht, durch den aber kein Tageslicht hindurch ­drang. Erleuchtet wurde der Raum durch eine schwache elektrische Lampe, die über der Tür angebracht war. Mit­unter brannte sie tagelang nicht. Je zwei Mann schliefen auf den Pritschen, die für einen bestimmt waren, einer mußte auf dem Fußboden liegen, wo es trocken war, ge­krümmt um den Aborteimer.

 

Meine Kameraden waren: ein Oberstleutnant M. aus Lübeck. Er hauste in dieser Zelle schon acht Monate. Klein, untersetzt, lebhaft; standhaft hatte er bislang diese lange Zeit ertragen. „Ich komme bald fort“, meinte er, „nach vielen Vernehmungen habe ich jetzt meine Ankla­geschrift erhalten. Ich komme bald ins Gefängnis, wo es doch besser ist als hier in dem dumpfen Kellerloch. Selbst­verständlich werde ich zu 25 Jahren verurteilt, das ist Norm. Nur erstmal raus hier. Sein Verbrechen? Er war Ortskoiflmafldammt in Goldingeil im Kurland gewesen. 40 Kilometer hinter der Front. Man warf ihm vor, beim Anle­gen von Stellungen rings um die Stadt Zivilisten beschäf­tigt zu haben. Er beteuerte, daß diese freiwillig gekommen waren, bezahlt, verpflegt und bekleidet wurden. Ihm wur­de vorgehalten, daß die Schanzenden feindlichem Feuer ausgesetzt gewesen seien. — Auch russische Geschütze schießen nicht 40 Kilometer weit. — Aber Flugzeuge. — Es wurde tags gearbeitet, und die „Krähen‘~ kamen nur nachts. — Er wurde, wie ich später erfuhr, zu 25 Jahren verurteilt — wie er vorausgesagt hatte.

 

 

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