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August 1964 - meine erste Reise nach STRALSUND (DDR)!

 

Tragfl?gelboot

Nach dem erfolgreichen Abschlu? der Mittelschule in Schwetzingen, begann ich im Fr?hjahr 1961 bei der Mohr & Federhaff in Mannheim-Rheinau eine Lehre als Maschinenschlosser. Meine Lehrfirma baute Krane, Aufz?ge und Pr?fmaschinen. Sie besteht heute nicht mehr. Dort war es Tradition, dass die Lehrlinge des 2. Lehrjahres eine gemeinsame Freizeit auf einer H?tte im Montafon/?sterreich verbrachten. Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt einen Badeunfall (ich hatte mir beim Springen vom Brett den rechten Ringfinger gebrochen), so da? ich erst im folgenden Jahr 1963 teilnehmen konnte. Ein Erinnerungsfoto aus dieser Zeit zeigt mich mit dem kleinen Sohn Hannes der Wirtsleute und meinen Lehrlingsfreunden Dieter und Franz. Es machte mir gro?en Spa?, Hannes mit "Bluadenz" zu ?rgern. Dort stammte er her. Korrekt hie? der Ort nat?rlich Bludenz. Die H?tte lag auf einer Anh?he im romantischen Tal von Gargellen. Ich kann mich noch erinnern, dass wir w?hrend der Anreise mit dem Zug durch das ?stereichische Feldkirch fuhren.

Lehrlingsfreizeit im Montafon/?sterreich 1963


Offensichtlich war ich ein guter, vorbildlicher Lehrling. Zur Weihnachtsfeier 1963 war ich zuerst ein verkleideter Nikolaus, der die Geschenke verteilen durfte. Dann mu?te ich mich schnell umziehen, denn "f?r meine guten Leistungen im dritten Lehrjahr" wurde ich mit meinem ersten Buchpreis "Taten und Schicksale - H?hepunkte weltgeschichtlicher Entwicklung" (Herausgeber: Gustav Wenz) ausgezeichnet.

Buchpreis Weihnachtsfeier 1963


Am 31. M?rz 1964 (bereits nach 3 Jahren) beendete ich meine Ausbildung als Maschinenschlosser mit dem Facharbeiterbrief (Fertigkeitspr?fung: gut, Kenntnispr?fung: sehr gut). Und wieder gab es Buchpreise: "Ufer hinter dem Horizont - die grossen Entdecker der Erde von Kolumbus bis zur Weltraumfahrt" (Autor: Joachim G. Leith?user) und "Unser Europa" von der Gewerbeschule I in Mannheim. Nach dem Abschlu? dieser beruflichen Ausbildung wollte ich an der Ingenieurschule Mannheim studieren. Davor lag aber erst einmal meine geplante Reise nach Stralsund.

Trotzdem m?chte ich bei dem Thema "Buchpreise und Auszeichnungen" gerne etwas vorgreifen. F?r meine hervorragende Leistung in der Ingenieur-Vorpr?fung erhielt ich am 11. Februar 1966 meinen 4. Buchpreis "Von der Alchemie zur Gro?synthese - von R. Sachtleben und A. Hermann". Mit einem eindrucksvollen Bildband "Morgen des Abendlandes - von der Antike zum Mittelalter" (Herausgeber: David Talbot Rice) wurde ich am 28. Juli 1967 wieder f?r meine hervorragenden Leistungen in der Ingenieur-Hauptpr?fung belohnt.


Meine renommierteste Auszeichnung war im Mai 1987 der "Artur-Fischer-DABEI-Erfinderpreis" (dotiert mit 10.000,- DM) f?r meine Innovation "Kavitations?berwachung und -kontrolle von Pumpen". Am 12. April 1985 hatte ich mit der Hamburger Pumpenfirma, F. Stamp KG in Hamburg-Bergedorf, einen Lizenzvertrag zur weltweiten Nutzung meiner Innovation abgeschlossen. Schon im Vorfeld der Auszeichnung kam es von Seiten der gr??ten europ?ischen Pumpenfirma KSB (Frankenthal bei Ludwigshafen) zu Intrigen und Machenschaften. Aus heutiger Sicht war das der Beginn der zahlreichen Schwierigkeiten, die im Jahre 1988 durch den vertragswidrigen Zahlungsstopp meines Lizenznehmers zu meinem wirtschaftlichen Zusammenbruch f?hrten. Diese Zusammenh?nge habe ich detailliert in meinem "Erfinderhandbuch" beschrieben, das seit mehr als einem Jahr unter der Plattform www.erfinderprofi.de hochgeladen werden kann. Erfinderhandbuch

Doch nun zur?ck zum August 1964. Vor dem Beginn meines Studiums der Fachrichtung "Verfahrenstechnik" wollte ich meine Verwandten in Stralsund besuchen. Zum Thema "Verfahrenstechnik" gibt es eine kleine Geschichte, die sich im April 1964 ereignete: Der Schulfreund meines Vaters, Prof. Dr.-Ing. Meixner, war der damalige Direktor der Ingenieurschule. Mein Vater und ich besuchten ihn privat in seinem Haus in Br?hl. Eigentlich wollte ich die Fachrichtung "Maschinenbau" studieren. Da diese bereits "ausgebucht" war, empfahl er mir die neue Fachrichtung "Verfahrenstechnik". Ich entschied mich daf?r und bin heute noch der ?berzeugung, dass diese Fachrichtung mir das Tor zur Welt ?ffnete ("Milch gibt es auf der ganzen Welt").
Mit dem Zug fuhr ich ?ber Hamburg nach Stralsund. Die Fahrt verlief ohne besonderen Vorkommnisse. Selbst das Buch "Hundejahre" von G?nter Grass konnte ich f?r meine Tante Margot in die DDR schmuggeln. Mit dem bekannten Autor und Literatur-Nobelpreistr?ger, G?nter Grass, gibt es interessante Ber?hrungspunkte, ?ber die ich bereits an anderer Stelle (siehe Reisebericht "Sommerferien 1954 - alleine mit dem Zug nach HANNOVER") geschrieben habe. Hannover
Neben meinem Opa Felix und meiner Oma Grete (die Eltern meiner Mutter) wollte ich Tante Margot (die Schwester meiner Mutter) und ihre Familie in Stralsund besuchen. Letztere waren 1954 auf Wunsch meines Onkels in die DDR ?bergesiedelt. Das letzte Mal hatte ich sie in Gro?-Giesen bei Hildesheim im August 1954 gesehen, wo ich nach 14 Tagen meine Sommerferien bei ihnen ?berraschend abbrechen mu?te. Nun bestand die Familie aus sieben Personen, denn in der DDR war "B?bi" am 26. Januar 1957 als m?nnlicher "Nachz?gler" hinzugekommen. Leider verstarb B?bi in jungen Jahren bei einem Verkehrsunfall. Meine ?lteste Cousine lebt immer noch in Stralsund. W?hrend Malli, Margot und Daggi ?ber einen Ausreiseantrag 1985 wieder in den Westen kamen.
Malli und Klaus nach Hiddensee August 1964

Die Ferien in Stralsund habe ich immer noch in sehr sch?ner Erinnerung. Als ich k?rzlich ?ber das Thema "DANZIG" (wo ich am 13. November 1944 geboren wurde) telefonisch Kontakt mit Elfriede (sie ist eine Cousine meiner Mutter und ist ebenfalls 1944 geboren) in Stralsund aufnahm, gab es ein lautes Hallo, denn sie konnte sich noch sehr gut an meinen Besuch 1964 in Stralsund erinnern. Danach hatten wir keinen Kontakt mehr. Elfriede ist die "Archivarin" der Familienbilder, die sie sorgf?ltig auch ?ber die Zeit in DANZIG gesammelt hat. Von ihr erhielt ich auch verschollene Fotos aus meiner fr?hesten Jugendzeit.
Familienausflug auf Hiddensee August 1964
Mit ihrem damaligen Freund, Dietmar (sie haben 1965 geheiratet), unternahm ich mehrere "feuchtfr?hliche" Kneipentouren durch Stralsund. Dabei kam ich auch mit jungen russischen Soldaten, die ebenfalls auf Zechtour waren, ins "Gespr?ch". Dummerweise habe ich bei einem etwas h?heren Alkoholspiegel die Angewohnheit, Englisch zu "quatschen". Dies war aber bei den Russen garnicht so sinnvoll und gottseidank konnte mich Dietmar, der damals 22 Jahre alt war, aus der brenzligen Situation befreien. Dar?ber sprach ich k?rzlich auch mit Dietmar. Obwohl diese "Abenteuer" mehr als 46 Jahre zur?ckliegen, konnte wir uns noch so daran erinnern, als ob es erst gestern passiert w?re. Mit meiner ?ltesten Cousine (sie ist zwei Jahre j?nger als ich) besuchten wir eine Disco, in der kein Twist getanzt werden durfte. Damals waren "Jeans" der Renner - meine schenkte ich Christiane. Sp?ter bekam ich als Dankesch?n einen Bildband ?ber das "Puschkin-Museum" in Moskau.
Aber auch Ausfl?ge auf die Inseln Hiddensee und R?gen vor der Haust?re standen auf dem Programm. Das gemeinsame Foto auf der Insel Hiddensee zeigt, dass wir f?r einen anst?ndigen Picknick alles dabei hatten. Beim Besuch der Insel R?gen waren wir mit dem "Rasenden Roland" (einem fauchenden Dampfro?, das ich 2002 wieder gesehen  habe) unterwegs. Am einsamen Strand von Binz machten meine beiden Begleiter (Oma Grete und Opa Felix) und ich es uns gem?tlich. Im nahegelegenen Mitropa-Restaurant wollten wir etwas essen - leider waren die Speisen ausgegangen.
Strand bei Binz
Binz auf R?gen Oktober 2002
In der Zeit vom Montag, den 7. Oktober bis Sonntag, den 13. Oktober 2002, habe ich mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger, auf der Insel R?gen einen Kurzurlaub verbracht. Ich wollte bei dieser Gelegenheit auch auf alten Spuren wandeln. Auch hier wurde ich entt?uscht, denn von dem einsamen Strand in Binz war nichts mehr zu finden und das Mitropa-Restaurant gab es nicht mehr. Allerdings entdeckte auf der Heimfahrt unterhalb vom R?gendamm die Stelle im Schilf, wo ich das geschmuggelte Buch "Hundejahre" heimlich zu Ende gelesen hatte. Das Wetter war die gesamte Zeit einfach zu schlecht, um die sch?nen Erinnerungen wieder aufleben zu lassen. Und dann mi?fiel uns auch das sehr hohe Preisniveau, dem keine passende Gegenleistung gegen?berstand. Ich habe das alles sehr bedauert, denn in meiner Erinnerung waren die Ausfl?ge nach Hiddensee und R?gen sehr sch?n.
Stralsund August 1977
Stralsund August 1977
Mehr Gl?ck hatte ich im Jahre 1977 als ich zu Pfingsten und im August mit meinen Eltern von D?nemark (Kopenhagen) mit der F?hre von Gedser nach Warnem?nde und von dort weiter nach Stralsund fuhr. Die Einreiseformalit?ten waren von D?nemark aus viel weniger kompliziert und ich konnte auf normalem Wege mit Stralsund telefonieren. Die Familientreffen im Garten meiner Tante Margot (vor dem Gartenhaus, das Onkel Heinz sich gebaut hatte) fanden bei herrlichem Sommerwetter statt. Mit meinen zahlreichen DIA-Aufnahmen (die ich digitalisierte) habe ich k?rzlich Malli und Daggi eine gro?e Freude bereitet, denn diese waren die einzigsten Farbaufnahmen f?r sie aus dieser Zeit. Es gab auch einige Fotos von Stralsund.
Bilder "Stralsund" 
Doch nun wieder zur?ck zu meinem Besuch in Stralsund im August 1964. Der Abschied am Bahnhof von meinen Verwandten fiel mir sehr schwer. Wie ich bereits schrieb, sollte es 13 Jahre dauern, bis wir uns wiedersahen. Opa und Oma waren allerdings Rentner, die uns jederzeit in Westdeutschland besuchen durften. Entspannt und guten Gewissens geno? ich die Heimfahrt, bis zwei DDR-Grenzbeamten meinen Koffer kontrollierten und einen neuen Bademantel entdeckten. Meine Oma hatte das Etikett herausgetrennt - ohne mir etwas davon zu sagen. Und Textilien durften nicht ausgef?hrt werden! Wie ein Verbrecher wurde ich aus dem Zug gef?hrt und in einer Baracke vernommen. Der Bademantel wurde beschlagnahmt. Drau?en wartete mein Zug auf mich. Zum Abschied w?nschten mir die Beamten "ein erfolgreiches Studium" und ich konnte erleichtert zur Weiterfahrt wieder einsteigen. Meine Oma hat auf "b?rokratischem" Wege den Bademantel sp?ter zur?ckgefordert und auch wiederbekommen.
Dies war die vierte und letzte "Reise meiner Jugend". In meinem ZEIT online - Beitrag habe ich eine Bilanz ?ber diese Reisen gezogen. (Reisen meiner Jugend)
Nach dem erfolgreichen Studium begann f?r mich eine berufliche Entwicklung, in derem Rahmen ich die gesamte Welt bereist habe. Dar?ber habe ich in zahlreichen Vortr?gen und Reisenotizen berichtet. Nun befinde ich mich im Ruhestand (65) und freue mich auf die sch?nen Reisen, die ich noch gemeinsam mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger (53), erleben werde.

 

Fotos und Text: Klaus Metzger mehr auf

 

http://rentner-billigerdereiseb.blogspot.de/

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