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De gammle Kloake!


Im Sommer 1986 segelten wir mit unserer M26 G‐255 wieder wie in den Jahren vorher
nach Bornholm. Die Reise führte von Lübeck über Burg/Fehmarn nach „Haesnees auf
Falster“, hier wurde ein Ruhetag eingelegt. Danach bei West von vier Windstärken nach
„Gislov‐Läge“ in Schweden, dann weiter über „Ystadt“ nach „Rönne/Bornholm“. Den
Schifffahrtsweg hatten wir gerade passiert und standen vor dem „Schwarten Grund“ als
der Wind stark auffrischte. Ein Reff ins Groß war gerade beendet, als es auch schon
anfing noch mehr zu blasen, schnell hatte sich eine hässliche See aufgebaut, wir wurden
ordentlich gebeutelt durch die Grundseen, erreichten aber gegen Abend den „Norekaes‐
Sportboothafen“ von Rönne. Nach einem Gang zu Sparkasse, Dänenkronen aus dem
Automaten ziehen, ließen wir den Abend bei einer Flasche Rotwein mit einem sehr
schönen Sonnenuntergang in der Plicht ausklingen. Der nächste Tag sollte nur kurz ums
Flach von Rönne westwärts an „Hasle“ vorbei nach „Vang“ gesegelt werden. Ein langer
Kreuzschlag auf Backbordbug, danach Wende und nach „Vang“, der kleine Hafen wurde
um die Mittagszeit erreicht. Flemming, der Nachfolger des alten Hafenmeisters
Waldemar, nahm unsere Festmacherleinen an, und wir gaben einen Willkommenstrunk
aus, die neuesten Nachrichten wurden besprochen, Wardemar hatte im Januar seine
letzte Reise angetreten, der Winter war auf Bornholm lang und kalt, Heringe wurden
weniger gefangen, der übliche Schnack eben. Der kleine Hafen ist mit zwölf Booten voll
belegt, wir waren das sechste Schiff, eine kleine Seglerfamilie, wie in jedem Jahr. Die
nächsten Tage wurden mit Spaziergängen nach „Heligen‐Dommen“ oder zur alten
Burgruine „Hammeren“ unternommen, bei einem Bummel durch das Dorf „Vang“ wurde
ich in der Nähe des Hafens auf ein merkwürdiges Gerät aufmerksam, welches neben
alten Fischernetzen und Gerümpel auf dem Hafenvorplatz schon fast vom Unkraut
bewachsen achtlos herumlag. Meine Neugierde war geweckt, was war diese alte
dreieinhalbmeter lange Stange mit an dem einen Ende versehenen Art Schöpflöffel? Eine
zweite dünnere Stange lief parallel mit zwei Holzgriffen, Ösen und Bolzen, eine Art
Haltegriffvorrichtung wie bei einer Eis‐Zange zum Schöpflöffel. Auf meine Frage beim
neuen Hafenmeister Flemming, was es sich mit dem Ding auf sich habe und wofür sich
diese merkwürdige Eisen‐Holz‐Konstruktion einsetzen lässt, Antwort: Wir haben früher,
wenn eine Brille oder etwas Kleines in das Hafenbecken gefallen war mit dem alten Teil
diese Sachen vom Grund herausgefischt, war aber zu umständlich, jetzt benutzen wir
einen kleinen Kescher mit Netz und langer Bambusstange, ‐‐warum fragst Du " Fiete
Tüske"? So nannten mich die Segler in Vang, meine Antwort: Der alte Lachsfischer und
nun Hafenmeister von „Listed vor Svaneke“, IP Hansen hat ein Museum und würde sich
über alle alten Gerätschaften freuen, die mit dem Hafen zu tun haben, was kostet das
Gerät: Gegen eine gute Flasche Rotwein wurden wir Besitzer des alten Hafen‐Becken‐
Fanggerätes. Ein paar Tage später machten sich meine Frau Lisa und ich uns auf mit dem
Bus nach „Listed“, hatten die beiden Enden mit je einer Pastiktüte als Schutz versehen
und versuchten die dreimeterfünfzig lange Konstruktion in den Bus zu befördern. Der
recht freundliche Busfahrer lehnte zunächst den Transport mit der Begründung: Zu
sperrig ab. Als ich ihm erklärte, es handele sich um ein sehr altes Gerät und wir wollten
es ins Museum nach Listed zu Ip transportieren, willigte er ein. Durch die Tür über die
Köpfe der Passagiere wurde das Gerät auf den Fußboden des Busses gelegt, jeder neue
Fahrgast wurde um Vorsicht beim Einsteigen und Platznehmen gebeten. In Rönne
mussten wir umsteigen, also das Geschleuder wieder aus dem Bus bugsieren, der
nächste Bus fuhr erst in zweieinhalb Stunden weiter über „Tein, Gudjem, Swaneke“ nach
„Duodde“. Der neue Busbahnhof von Rönne hatte keinen geeigneten Parkplatz für
unsere Antike, also fragten wir in der schönen Cafeteria, ob wir das Gerät für zwei
Stunden bei ihnen abstellen könnten, wir konnten. Nach der Zeit begann das gleiche
Spiel mit dem neuen Busfahrer, ja für das Museum mache er eine Ausnahme, Lisa vorne
ich hinten wurde wieder speziell verladen. Die Reise verlief ohne Probleme und in
„Listed“ wurde mit viel „Manne Tag“ ausgeladen. Nun wie Max und Moritz stiefelten wir,
Lisa vorn, ich hinten, Richtung Hafen. Beim Hafenmeister und Museumsboss
angekommen, wurden wir mit viel Hallo von Ip begrüßt: Was habt ihr denn da
mitgebracht und wo ist euer Boot, hatten wir doch in den Jahren vorher kleine
Museumsstücke, wie alte Pundsen, Locheisen, Nietwerkzeuge oder alte Hobel
mitgebracht. Nach dem Entfernen der Platiktüten lag das Prachtstück vor Ip und er fing
schallend an zu lachen: Wo habt ihr das her, wisst ihr was das ist? haha ha, Ha ha! Wir
erzählten unsere Story vom Fund, vom Preis (eine Flasche Rotwein) Hafenfanggerät,
Transport und Lagerung in der Cafeteria in Rönne. Wieder lachte Ip und griff zum alten
Drehscheibentelefon, es meldete sich Ole aus Svaneke, dem Ole wurde unter großem
Gelächter von Ip Hansen in Bornholmer Dänisch, es klingt wie eine Mischung aus
Dänisch und Schwedisch ein Bericht gemacht. Wir verstanden kein Wort, es fielen
immer wieder die Worte: "De Gammle Kloake, de gammle Kloake". Ole kommt in einer
Stunde, bitte warten, er ist Speziallist für gammle Dinge für Museum. Wir bekamen erst
Mal eine Flasche Oel (Bier) in die Hand gedrückt und wurden gebeten auf der Hafenbank
Platz zu nehmen. Es kamen in der Wartezeit alte Fischer des Weges und fragten Ip, was
wir ihm da doch wohl wieder angeschleppt hätten. Nach Aufklärung und großem
Gelächter, immer wieder die Worte "Gammle Kloake" Zwei Stunden waren verstrichen,
ein alter Ford befuhr den Hafenvorplatz, eine weißhaariger alter Mann entstieg dem
Oldtimer, Ole war gekommen. Nach Begrüßung und wieder einem Oel wurde unser
Mitbringsel begutachtet, man hatte ja Zeit. Ole lachte vorsichtig höflich und fragte uns ob
wir nicht wüssten, um was für ein Werkzeug es sich dort handele, was wir verneinten.
Der gute alte Ole war Senior‐Chef eines Installationsgeschäftes aus Swaneke und
berichtete uns vor ca. fünfzig Jahren hätte er und seine Leute mit dem Gerät die
verstopften Fäkalienrohre auf Bornholm gereinigt bei Verstopfungen, heute wird mit
Wasserdruck gespült oder mit einer Spirale mit Eisenkugeln, Rohre vom Unrat befreit.
Gelacht wurde vor Allem über den Transport und das Parken im Neuen Zob von Rönne.
Als Entschuldigung führten wir die gute Verpackung. Das gute Stück wird nun im
Schiffsmuseum von Ip ausgestellt mit einer kleinen Beschreibung der Geschichte der
„tüske Seiler aus Lübeck“.
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