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Mit dem IF-Boot zur Müritz " Größter deutscher Binnensee"


Ein Bericht über einen Törn von Berlin zum größten deutschen Binnensee
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Die Müritz bildet das Zentrum der Mecklenburger Seenplatte. Mit 117 m2 Wasserfläche, einer Länge von 27 km, bei einer Breite 13 km lassen sich traumhafte Kreuz- und auch Spi-Schläge ausführen.
Der See ist in einer ruhigen Landschaft eingebettet. Die Ostseite des Gewässers wird vom Müritz Nationalpark begrenzt. Im Norden liegt die Stadt Waren, mit guten Versorgungsmöglichkeiten. Waren ist für den Tourismus voll erschlossen. Der große Yachthafen ist nun vollständig in die Verwaltung der Marina einbezogen. Strom- und Wasser kann man am Steg beziehen. Die Wertmarken dafür werden beim Hafenmeister gekauft. Der Hafen mit seiner unmittelbaren Umgebung, haben ein etwas südländisches Flair. Viele Kneipen, Restaurants mit gutem Speiseangebot sowie Spielbank befinden sich direkt am Yachthafen. Die Stadt mit einer belebten Fußgängerzone und unzähligen Einkaufsmöglichkeiten machen einen Landbummel zum Erlebnis. Für die Crew, die für einen Tag die Planken verlassen möchte, kann ich eine Fahrradtour durch den Müritznationalpark empfehlen.
Es werden gute moderne Räder angeboten. Trotz der belebten Hafengegend ist man im Nationalpark sehr schnell außerhalb des Tourismus. Kormorane, Seeadler und auch Kraniche sind präsent. Beobachtungsstellen sind vorhanden die eine gute Möglichkeit bieten die Vögel in ihrer vertrauten Umwelt ungestört zu erleben. Wir hatten nur die kleine Rundfahrt, ca. 40 km geradelt.
Die Marina Sietow im Westen der Müritz ist gut Ausgebaut und kann leicht angelaufen werden. Zwei gute Fischrestaurants und ein Hotel liegen am Hafen dicht beieinander. Versorgungsmöglichkeiten sind nicht vorhanden. Am Steg ist ein Stromanschluss, über Münzautomat, möglich. Trinkwasser kann im landseitigen Hafenbereich übernommen werden. Die Entsorgung der Chemietoilette ist gegen Gebühr möglich. Alle anderen Marinas lehnen die Entsorgung dieser Einrichtungen ab.
Der Yachthafen von Klink, südlich von Waren, an der Westseite des Gewässers, liegt im Flachwasserbereich. Kann aber dennoch angelaufen werden. Die Steganlage ist für große Motorboote ausgelegt. Es sollten lange Achterleinen bereitgehalten werden. Vorsicht der Hafen wir zur Landseite schnell flach. Ein Besuch der Hotelterrasse vom Schloss Klink ist auf alle fälle lohnend. Das Flair und die Aussicht auf die Müritz sollte man genießen. Fahrradverleih und gute Sanitäranlagen sind im Gebäude des Hafenmeisters. Eine eingeschränkte Möglichkeit der Versorgung besteht im Hafenbüro.
Gute ruhige Ankergründe findet man am südlichen Eingang der Müritz. Hier liegt man bei jeder Wetterlage gut geschützt vor Anker. Die Wasserqualität war hier, auch bei den sommerlichen Temperaturen, ausgezeichnet.
Der Yachthafen von Röbel ist bei einer Nordwest-Windlage sehr unruhig. Es sei, man geht in den Binnenbereich direkt in die Stadt. Der ansässige Segel-Club unterhält auch am Hotel eine Steganlage. Eine rechtzeitige Anmeldung sichert hier einen den Stegplatz. Das Städtchen Röbel mausert sich nun auch zu einer Perle an der Müritz. Umfangreiche Sanierungsarbeiten lassen vermuten, dass die Spuren der Vorwendezeit überstanden werden. Direkt an der Stadt ist eine Steganlage für zeitlichbegrenztes Festmachen entstanden. Somit kann der Einkauf, es sind nahgelegene Einkaufsmöglichkeiten vorhanden, problemlos erfolgen.
Die Marina Rechlin-Nord, Klarksee, ist wasserseitig gut ausgebaut. Es ist der Heimathafen des Charterunternehmens Kühnletours. Der Zufahrtskanal zur Marina ist verbreitert worden wodurch eine Begegnung im Kanal nun problemlos ist. Die Anlage ist noch im Aufbaustadium. Es entstehen zur Zeit Urlauberwohnungen die volleingerichtet zum Verkauf angeboten werden. Das Hafenrestaurant bietet ein ausgezeichnetes Essen an. Es wird noch etwas dauern bis die Anlage voll ausgebaut und das Auge des Gastes nicht beleidigt wird.
Ein Besuch des Luftfahrtmuseums Rechlin kann man nicht nur Technik interessierten empfehlen. Rechlin wurde von der Luftwaffe bis 1945 für die Erprobung der Neuentwicklung von Flugkörpern genutzt. Das Dorf Rechlin –Süd zeigt deutliche Spuren dieser Zeit. So sind die Klinkerbauten, für die Unterkunft der Mitarbeiter der Luftwaffenerprobungsstelle einst gebaut, nun zivil genutzt, in einem sehrguten Zustand. Die Spuren der Nutzung durch die Streitkräfte der Roten-Armee sind fast verschwunden. Auch Rechlin war mit einer Mauer geteilt. Ein unter Denkmalschutz gestelltes Mauerstück zeugt von dieser Zeit.
Am nördlichen Eingang der Müritz, der Kleinen Müritz, liegt der moderneingerichtete Yachthafen Rechlin Süd. Die Zufahrt ist ausgetonnt. Der freundliche Hafenmeister, Ulli, ist immer ansprechbar. Ein zur Anlage gehörendes Restaurant bietet eine gute Küche. Terrasse und die Räume im innern sind einladend hergerichtet. Den Sonnenuntergang von der Terrasse aus gesehen wird man nicht so schnell vergessen. Die Sanitäranlagen, der Steg und Anschlüsse für Strom und Wasser sind sehrgut. Der Bezug von Duschwasser, Strom und Trinkwasser wird mit einem Elektronikschlüssel aktiviert.
Von Berlin aus ist die Müritz auf zwei Wegen erreichbar. Man kann über die Havel westwärts zur Elbe und über die Müritz - Elde - Wasserstraße, sowie dem Plauersee, bei Waren, zur Müritz kommen. Es sind auf diesem Wege, ab Berlin Tegel, 22 Schleusen zu bewältigen. Der direkte Weg führt über Lehnitz und Fürstenberg, den Verlauf der Havel stromauf. Nach 14 Schleusungen kommt man bei Rechlin, vom Süden auf die Müritz. Beide Zufahrten können auch zum Rundtörn genutzt werden.
Mein Törn war auf 4 Wochen angesetzt, ich bin der arbeitenden Bevölkerung verlorengegangen und kann das Rentnerdasein mit dem Segeln verschönen.
Mein IF-Boot, " LARA " IF GER 889, ist mit einem 15 PS Honda Viertakter ausgerüstet. Der Motor passt nun nicht mehr in den Schacht. Am Heck hängt die Maschine aber auch sehr gut. Mit E-Start und Fernbedienung kann jederzeit problemlos gestartet und geschaltet werden. Der Motorraum ist jetzt verschlossen und damit trocken. Fender, Leinen und Treibstoff sind in diesem Bereich gut verstaut.
Das Boot ist fürs Fahrtensegeln gut ausgerüstet. Im Vorschiff sind 80 Liter Trinkwasser, diese bilden einen Ausgleich für die 46 kg des Motors am Heck. Eine Wallas 1800 Petroleumheizung steht bei kühlem Wetter zur Verfügung. Auf Knopfdruck breitet sich sehr schnell eine angenehme Wärme im Schiff aus. Der Stromverbrauch ist auch für ein Segelboot tragbar. Der Kühlschrank wird von der Skipperin gern zum Frischhalten Ihrer Vorräte genutzt. Der Skipper findet für seine Bierbüchse auch noch eine Stelle im Schrank. Nichts ist schöner als ein gut gekühltes Bier nach dem Festmachen.
Grossegel, Fock, Genua und Spi haben wir immer an Bord. Gleichermaßen Treibstoff für Heizung, Kocher und Motor. Die Stromversorgung kommt von einer in der Bilge stehenden 94 Ah Batterie. Fest eingebauter Landanschluss und Ladegerät erleichtern das Laden der Batterie im Hafen.
So ausgerüstet machten wir uns 1997zum erstenmal, an Stelle unseres eigentlich anstehenden Ostseetörns, auf den Törn ins Umland. In zwischen ist die LARA 4 mal auf der Müritz gewesen. Es war sicher nicht das letzte mal.
Nach Studium der Sportschifferkarte " Binnen 2 Berlin & Mecklenburgergewässer " entschlossen wir uns für die Fahrt über die Havel. Der Tiefgang, er machte uns im Vorfeld doch einige Sorgen, in dem Kartenwerk ist bei Fürstenberg in der Oberen- Havelwasserstraße, eine kleinste Amtliche-Tauchtiefe von 1.4 m angegeben. Unser Boot, fahrtenmässig gut ausgerüstet, hat gut 1.3 m Tauchtiefe. Es gab aber keine Probleme. Wenn nicht eine Dürre das Wasser versiegen lässt, kann man mit dem IF-Boot ohne weiteres den Törn zur Müritz antreten.
Wir starteten, zu einer annehmbaren Zeit am Vormittag, vom Tegelersee. Mit gelegtem Mast und 40 Liter Benzin an Bord zogen wir gen Norden. Die Erste von 13 weiteren Schleusen passierten wir in Lehnitz. Hier wird man 6.2 m gehoben. Die Frachtschifffahrt hat offensichtlich abgenommen, was für die Schleusung in Lehnitz zum Vorteil ist. Am km 43.9, des Oder-Havel-Kanals verlassen wir den Kanal und fahren nun direkt nach Norden. Durch den Malzer- und Voss-Kanal erreichen wir Liebenwalde. Hinter der Schleuse machen wir am Ufer fest und übernachten. Die Havel ist in diesem Bereich kanalisiert. Der Kanal verläuft unmittelbar neben der Schnellenhavel. Ab Einfahrt Malzer-Kanal ist die Berufsschifffahrt hinter uns. Mit Ausnahme weniger Personenschiffe gehört die Strecke bis zur Müritz den Sportbooten. Durch die relativ vielen Schleusen ist auch der Sportbootverkehr gering. Jede Schleusung lässt ca. 10 Boote passieren. Dieser Sportbootschwall bleibt dann bis zur nächsten Schleuse in Sichtweite. Die Schleusenmeister wissen immer wie viel Boote in welche Richtung unterwegs sind. Es ist ratsam genügend Treibstoff für den Außenborder an Bord zu nehmen. Die Tankmöglichkeiten unter Wegs sind immer noch schlecht.
Das Anlegen vor den Schleusen ist überall möglich. Wir gleiten vorsichtig und langsam an die Uferbegrenzung zum Festmachen. Die Wassertiefe direkt am Ufer ist gerade so ausreichend.
Bis nach Zehdenick, einst das Zentrum der Ziegelherstellung, ist es eine reine Kanalfahrt. Trotzdem ist auch dieser Bereich nicht ohne Reize. Man sollte den Kopf schon mal strecken. Hinter der Kanalböschung hat man einen weiten Blick ins Märkischeland. Unmittelbar hinter der Schleuse Zehdenick besteht in der Marina die Möglichkeit zum Anlegen. Man ist dann direkt im Ort. Weitere Marinas liegen stromauf. Der prerauer Stich, ein See stromauf an Steuerbord, hier ist noch eine Ziegelei in Betrieb, bietet guten Ankergrund. Nach Zehdenick sind wir nun auf der Havel und durchfahren eine einmalig schöne Landschaft. Bis zur Müritz steigert sich die Idylle. Es ist unbeschreiblich schön.
Die folgende Schleuse Schorfheide, es geht 60 cm aufwärts, ist total neugebaut. Es folgen in jeweils ca. 5 km Abstand die Schleusen Zaaren, Regow und Bredereiche. Die Schleusen Zehdenick und Zaaren sind nun auf Automatikbetrieb umgestellt. Die nächste Stadt ist Fürstenberg. Es war nun wieder eine Übernachtung angesagt. Wir wählten den vor Fürstenberg liegenden Stolpsee. Die am Südufer liegende Waldhof-Bucht erschien uns zum Ankern sehr geeignet. Es war eine gute Wahl. Der nachfolgende Schwedsee bietet Anlegemöglichkeiten in der Marina. Die Gedenkstätte Ravensbrück liegt am Ostufer des Schwedtsees.
Die Durchfahrt zum Baalensee ist leicht auszumachen. Die überdachte Brücke zeigt den Kurs. In Fürstenberg ist auch eine Wassertankstelle. Das Haus an der Havel, ein Hotel mit Gaststätte, lädt zum verweilen ein. Man kann ohne weiteres anlegen. Nach Fürstenberg überqueren wir den Röblinsee und gelangen über die Steinhavel in das Seengebiet Mecklenburgs und zur Müritz-Havel-Wasserstraße. Die Schönheit der Natur steigert sich weiter. Die Ruhe die wir empfinden lässt uns schon einen weiteren Törn in dieses Gebiet planen. Das vor uns liegende Gebiet wird, wie in alten Zeiten, von Paddlern befahren. Der Jollenkreuzer ist natürlich in dieser Gegend ideal. Das Mastlegen und Stellen ist bei diesem Schiffstyp vollkommen problemlos. Die am Ufer stehenden Bootshäuser werden zum Abstellen der Jollenkreuzer benutzt. Der Mast wird dazu gelegt.
Noch vier Schleusen bis zur Müritz. Strassen, Cannow und Diemitz heben uns jeweils um ca. 1.4 m an. Die letzte Schleuse Miro hat einen Hub von 3.1 m. Im vorderen Bereich dieser verhältnismäßig großen Schleuse können erhebliche Turbulenzen auftreten. Gut festmachen und den Bootshaken bereithalten. Unser Langkieler ist in dieser Gegend wenig bekannt und wird deshalb auch von seiner Beweglichkeit überschätzt.
Das Schiff wurde immer wieder beäugt. Anerkennende Äußerungen über Riss und Segeleigenschaft ließen uns die Brust schwellen.
Die Betonnung der Wasserstraßen ist sehr gut. An der Abzweigung Rechlin, auf der kleinen Müritz aufpassen, die Betonnung wechselt. In Richtung Norden war bisher an Steuerbord die grüne Tonne, nun ist die Rote die Begrenzung zum steuerbordseitigem Ufer bzw. zum Flach. Meine Sportschifferkarte, " Berlin-Mecklenburger-Gewässer der Ausgabe1992, ist in bezug auf die Betonnung der Müritz falsch. Mit Einführung der Bundeswasserstrasse wurde die Betonnung geändert. Die Neuauflage der Müritzseekarte, sie ist im Aussehen und in der Handhabung mit den bekannten Sportbootkarten vergleichbar. Alle Flachs sind eindeutig ausgetonnt. Gleichfalls ist der Uferbereich mit Tiefen ab 2 m betonnt. Es liegen immer einige Yachten im Uferbereich vor Anker. Vorsicht, wenn diese auch groß aussehen, sie haben keinen Tiefgang. Wenn die Insassen zum Bade gehen stehen sie nur bis zu den Knien im Wasser.
Im Röbeler Yachthafen liegt man am Schwimmsteg vor Heckboje. Am Steg ist die Wasser- und Stromentnahme kostenlos möglich. Die sanitären Einrichtungen können als vorbildlich angesehen werden.
Morgens ist der Bäcker mit Schrippen, Kuchen, Brot und Zeitungen im Hafen. Die Liegegebühren betragen in allen Häfen für unser Schiff ca. _ 10.-.
Bei schönstem Sommerwetter konnten wir, nach einem sehr schönen Segelurlaub, die Heimreise antreten. Tagen Ein schöner Törn lag hinter uns.

Gerhard Hartwig
" LARA " IF 889

 

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Kommentare  

 
0 #1 Forum 15 2011-02-11 12:32
Das ist ja toll, schön wären noch ein paar Bilder! Hochintressant für uns Südländer...... Muß doch mal Urlaub in die andere Richtung machen!


Langschläfer
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