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Segeltörn: If Boot Marieholm "Eine etwas schräge Angelegenheit"

Eine etwas schräge Angelegenheit! Bild_15


Ja, das hat jetzt aber wirklich jede Menge Spaß gemacht und so ein IF-Boot ist doch ein richtig tolles Boot denke ich, als wir, Frank von der Nedderelv und ich, Karin vom Ammersee, die Aiolos GER 2311 nach fast 3 tägiger Fahrt auf der Elbe in ihrem idyllischen Heimathafen des WSV Störenritt an der Krückau fest machen.


Während eines Törns in Schweden im vergangen Sommer waren mir die schönen Linien der dort zahlreich vertretenen IF-Boote aufgefallen. Das könnte das richtige Boot für mich sein, Liebe auf den ersten Blick sozusagen und nun wollte ich mehr über diese Schiffsklasse erfahren. Bild_44_copyEin Freund hatte mir vorgeschlagen, dass ich doch die IF-Klasssenvereinigung kontaktieren sollte. Die IF-ler sind eine rühriges Segelervolk hiess es und da erhalte ich über dieses  Schiff bestimmt jede Menge Informationen. Um es vorweg zu nehmen: Das war eine hervorragende Idee und bei soviel netter Unterstützung trat ich gerne (auch ohne Boot) der IF-Klassenvereinigung bei . Schon nach kurzer Zeit, einigen mails zwischen Berlin und München und
Telefonat vermittelte mir Martin Meyer den Kontakt zu Frank Wiels, der mich netterweise auf seiner schönen Aiolos mitnehmen würde, so dass ich die IF auch
mal unter "ordentlichen" Verhältnissen testen konnte.
Bei strahlendem Sonnenschein, 22C Lufttemperatur, ablaufendem Wasser und 4-5 Bft NO, ging es dann das Sperrwerk Krückau passierend, über die
Pagensander Nebenelbe hinaus auf das Hauptfahrwasser der Elbe. Mit nötigen Respekt kreuzten wir unter Genua die im Elbefahrtwasser fahrenden riesigen Container- und Frachtschiffe.

Frachtschiff_ElbeDas war für mich Binnensegler doch exotisch und ungewohnt. Auf dem Ammersee verkehren, in Relation zu den gewaltigen Containerschiffen auf der Elbe, eher niedliche Ausflugsdampfer der Bayerischen Seeschiffahrt und die weichen zur Not auch mal aus. Die größere Gefahr für
Segler auf dem See geht auf jeden Fall von den Tretbootfahrern aus, die während sie einem freundlich zuwinken, direkt vor den Bug fahren und nicht wissen, dass man ein Segelboot nicht wie ein Auto steuern und entsprechend abbremsen kann. Dank des geringen Tiefgangs des IF-Bootes konnten wir schöne lange Kreuzschläge auf der Elbe machen und Schlag für Schlag Höhe gewinnen. Das Schiff lies sich gut steuern und ich hatte ein gutes Gefühl an der Pinne, da die IF sehr angenehm auf die Ruderausschläge reagierte. Nachdem Frank dann die Genua gegen sein neue Pentax.Fock ausgetauscht hatte lief seine Aiolos noch besser. Kompliment an den Segelmacher,(Lindstedt Segeltechnik aus Norderstedt) die Fock zog wirkich hervorragend und nachdem Frank noch alle möglichen Trimm- und Einstellungsmöglichkeiten wie Fall – und
Wantenspannung ausprobiert hatte, konnten wir noch dann zur großen Freude noch einen Tack mehr Höhe herausholen. Der Wind frischte zusehends auf 5-6 Bft aus NO auf, was aber kein Problem für das Boot und Crew darstellte. Wir hatten jedenfalls großen Spaß am IF-Segeln und am Abend schleussten wir in Brunsbüttel in den NOK Kanal ein. Brunsbttel
Da bei Dunkelheit keine Sportboote im NOK verkehren dürfen, wollten viele Boote die Nacht im kleinen Brunsbüttler Yachthafen Hafen verbringen. Der kleine Hafen war an so einem perfekten Segeltag, noch dazu an einem Samstag,
natürlich entsprechend stark frequentiert. Aber schnell lagen wir in dritter Reihe
im Päckchen fest und ich hatte den Eindruck, dass eine IF überall gerne gesehen
ist. Wundert mich persönlich ja nicht wirklich, das ist ja schliesslich auch ein sehr schönes Schiff.
Am nächsten Morgen wurden wir früh geweckt, da selbstverständlich das innenliegendste Boot unseres Päckververbandes als erster in den Kanal Richtung Kiel schippern wollte. Also verholten wir die Aiolos an eine andere ruhige Stelle im Hafen und schlenderten erstmal über den Wochen- und Flohmarkt, der direkt neben dem Hafengelände seine Stände und Buden aufgeschlagen hatte. Da wurde unter anderem eine wirklich schöne alte Komode mit Spiegel angeboten,
die hätte mir schon sehr gefallen. Das gute Stück hätte ich zwar irgendwie mit der IF transportiern können, aber sicherlich nicht im Handgepäck meines Fliegers, der mich in ein paar Tagen zurück nach München bringen würde. Irgendwie ahnend, dass uns eine unruhige und körperlich anstrengende Rückfahrt bevorstehen würde gönnten wir uns zum zweiten Früchstück eine
deftige Erbsensuppe. Nachdem der Wind weiter kräftig aufgefrischt hatte, zudem auf SSO, dh. in die für uns absolut ungünstigste Richtung, hatten wir entschieden unseren Rückweg mit gerefften Segel anzutreten, zumal Frank sein Standartgroßsegel durch ein durchgelattetes Großsegel mit weiter ausgestelltem Achterliek anfang der Saison austauschte . Das war eine wirklich gute Idee von uns gewesen! Als wir aus dem Windschutz der hohen Schleussenanlage des NOK heraus in die Elbe eingefahren waren, machte ich meine erste Bekanntschaft mit der für mich ungewohnten "Wind gegen Strom" Konstellation auf der Elbe. Die Elbe ist ja ein Tidengewässer mit  ablaufenden und auflaufendem Wasser, was eine starke Strömung verursacht. Kommt zu dieser Strömung noch die entsprechende Windstärke aus der "falschen" Richung hinzu, entsteht ziemlich kabbliger und aufsteilender Seegang. Leider hatten wir ein technisches Problem mit der
Reffeinrichtung und mussten daher improvisieren. Bei Böen bis zu 8 Bft und Wellentälern von stellenweise 1.5m - 2 m im Kabbelwasser auf Kreuzkurs, dazu noch Containerschiffe, die zusätzlich noch Sog und Welle verursachten gar kein so leichtes Unterfangen. Ich erhielt bei dieser Gelegenheit auch sozusagen meine Elbetaufe, denn trotz blauen Himmels und Sonnenscheins wurden wir durch das hart überkommende braun aufgewühlte Elbewasser klitschnass. Aber ich habe mich in jeder Situation auf dem Schiff sicher gefühlt. Das Schiff
war stets gut zu steuern und reagierte prima. Die IF ist ein wirklich seetaugliches Schiff das habe ich praktisch im wahrsten Sinne des Wortes erfahren können. Wir kamen dann doch etwas unter Zeitdruck, da wir ja die Tide im Heimathafen der Aiolos berücksichtigen mussten und so wurde schliesslich dann doch noch der Diesel angeworfen. Bei diesen Wellenhöhen und Strömung wären wir mit einem Außenborder auch nicht recht vom Fleck gekommen. Beim Segeln in
Tidegewässern ist ein Innenborder ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Das eindrucksvolle Erlebnis auf der Elbe hat mir das deutlich vorgeführt. Am nächsten Tag herrschten wieder herrlichste Segelbedingungen: Strahlender Sonnenschein, Lufttemperatur ca. 22C, 3-4 Bft NNO und so war an diesem Tag richtiges IF- Spaß- Segeln angesagt. Zwischen den zahlreich vertretenen Jollenseglern und anderen Yachten kreuzten wir auf der Pagensander Nebenelbe herum und ich konnte jetzt nochmal alle möglichen Manöver ausprobieren und testen wie das Boot reagierte. Ich habe mich auf dem Schiff dabei schon richtig zu Hause und vertraut gefühlt und es hat mir riesigen Spaß gemacht das IF zu segeln. Nun, ich hatte mich also nicht getäuscht, denn der erste optische positive Eindruck, den ich spontan von einem IF-Boot in Schweden hatte, hat sich auch
im "Praxistest" für mich bestätigt. Die IF ist ein sicheres Boot mit wirklich sehr angenehmen Segeleigenschaften Mein persönliches Fazit meiner ersten Tour auf einer IF unter "ordentlichen"
Verhältnissen: Das IF-Boot ist absolut seetauglich und verdient den Namen Seekreuzer, auch
wenn es meiner Meinung Hart am Wind Kurs schnell ordentlich viel Lage schiebt, was eventuell nicht alle so begeistert. Ich denke da insbesondere an vierbeinige Crewmitglieder (z.B. Frank's Hund), die da doch mal schnell über Bord gehen können, aber auch an meine wasserscheuen Freundinnen, die es nicht besonders schätzen sie sich schnellstmöglich ins Trockene bringen
müssen, weil die Winschen Duschen gehen. Vom Segeln unter der Standart- Genua war ich nicht so überzeugt. Ich persönlich fand, dass die relative kleine Fock weit besseren Vortrieb brachte. als das verhältnismäßig große Tuch der Genua. In Gewässern ohne erheblichen Wellengang ist ein Außenborder sicherlich ausreichend, aber beim Stromsegeln ist ein Innenborder bzw. Diesel meiner Meinung nach ein wichtiger Sicherheitsaspekt. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ausdrücklich bei Frank Wiels bedanken, der mich spontan und unkompliziert mit an Bord seiner IF genommen hat, mir sofort die Pinne überlies und trocken meinte "mach du mal!". Bei seiner Frau Petra möchte ich mich für den schönen Fresskorb bedanken, denn Segeln
macht ja wirklich hungrig. Und last but not least ein dickes Danke an Martin Meyer für die freundliche Aufnahme in die Klassenvereinigung und die nette Unterstützung.


Gruss, Karin (noch mit ohne Boot)

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